Schreibaby, was tun? Der Ratgeber für betroffene Eltern
Die ersten Lebensmonate sind sowohl für Eltern als auch Baby voller kleiner Wunder, Überraschungen und schlafloser Nächte. Diese spannende Zeit ist für die meisten Eltern aber sicher nicht nur aufregend, sondern vor allem anstrengend. Denn gerade am Anfang schreien Babys viel. Doch was ist normal und ab wann spricht man von einem sogenannten Schreibaby? Was versteht man unter Regulationsstörungen und was können Eltern tun, um ihren kleinen Spatz zu beruhigen? All das sowie zahlreiche Tipps und Tricks haben wir von swing2sleep hier kompakt für dich zusammengefasst.
1. Von Schreibabys und Regulationsstörungen
Ist mein Baby ein Schreibaby?
Schlaflose Nächte und blanke Nerven gehören in den ersten Monaten zum Eltern-Dasein definitiv fest dazu. Doch in der Regel schreien Babys im Durchschnitt nicht mehr als eine bis zwei Stunden pro Tag (im Verlauf von 24 Stunden). Meist legt sich das Schreien auch ab dem 3. Lebensmonat wieder und wird weniger.
Schreit dein Baby hingegen exzessiv über einen langen Zeitraum und lässt es sich durch Tragen, Wickeln, dem Anbieten der Brust oder Spazierengehen nicht oder nur sehr schwer beruhigen, dann könnte es sich um ein Schreibaby handeln.

Mögliche Hinweise auf ein Schreibaby
Wenn dein Baby wie am Spieß schreit und deine Nerven blank liegen, fragst du dich sicher: Ist das noch normal oder habe ich ein Schreibaby? Grundsätzlich weisen die folgenden Punkte auf ein Schreibaby hin:
Exzessives Schreien ab der 2. Lebenswoche
Intensität nimmt ab der 6. Lebenswoche weiter zu.
Zu Beginn des 4. Monats wird das Schreien in der Regel weniger.
Wie viele Babys leiden unter Regulationsstörungen?
16-29 % aller Säuglinge gelten in den ersten drei Lebensmonaten als Schreibabys. Ca. 8 % schreien über den 3. Monat hinaus.
Experten haben die sogenannte 3er-Regel entwickelt, anhand derer du überprüfen kannst, ob dein Baby zu viel des Guten schreit. Diese lautet wie folgt:
Dein Baby schreit 3 Stunden täglich. Und zwar mindestens an 3 Tagen der Woche. Dieses Verhalten hält länger als 3 Wochen an.
Letztendlich kann nur ein Experte, wie zum Beispiel dein Kinderarzt bzw. deine Kinderärztin oder auch deine Hebamme, mit Sicherheit diagnostizieren, ob du ein Schreibaby hast. Doch die 3er-Regel ist definitiv ein guter Indikator. Hole dir in jedem Fall Hilfe, sobald die Situation zu belastend wird und du dich hilflos oder gar verzweifelt fühlst. Mehr zum Thema und eine genaue Auflistung der Symptome findest du in unserem Artikel “Säugling schreit. Ist mein Kind ein Schreibaby? Was ist ein Schreibaby?”.
Regulationsstörungen
Im Zusammenhang mit exzessivem Schreien im Säuglingsalter sprechen Experten von sogenannten Regulationsstörungen als Ursache. Schreibabys reagieren auf jegliche Reize sehr stark und können sich nur schwer entspannen. Ihr Schreien ist also die Antwort auf Reizüberflutung, Überforderung und Schwierigkeiten, das eigene Verhalten zu regulieren. Schreibabys müssen erst noch lernen, wie sie mit den vielen Eindrücken in ihrer Umwelt und der Welt an sich zurechtkommen. Welche Anzeichen genau auf eine Regulationsstörung hinweisen, haben wir in unserem Artikel “Regulationsstörungen bei Babys” kompakt für dich zusammengefasst.
2. Schreibaby Ursachen: Was steckt hinter exzessivem Schreien?
Was ist dran an den Dreimonatskoliken?
Früher schien die Sache klar: Das Baby schreit exzessiv? Da stecken bestimmt die Dreimonatskoliken dahinter, also starke Blähungen und Bauchschmerzen. Doch inzwischen weiß man, dass die Ursachen für ein Schreibaby vielfältig sein können und sich nicht alles auf Blähungen und Verdauungsprobleme zurückführen lässt. Es kann allerdings durchaus sein, dass dein Baby an Koliken leidet.
Diese kannst du anhand der folgenden Merkmale erkennen:
- Harter, aufgeblähter Bauch, oft an den Bauch angezogene Beinchen.
- Starkes Schreien, das um die 3 Stunden pro Tag anhält.
Experten weisen aber darauf hin, dass Schreibabys meist in den frühen Abendstunden schreien, was in gewisser Weise gegen Koliken spricht. Denn diese treten ja nicht nur abends und nachts auf, sondern können dein Baby zu jeder Tageszeit quälen. Falls du aber den Verdacht hast, dass dein Baby an starken Blähungen und Verdauungsproblemen leidet, dann kläre das in jedem Fall mit einem Arzt bzw. einer Ärztin ab.
Wenn du noch mehr erfahren möchtest, dann bietet dir unser Artikel über Dreimonatskoliken einen guten Überblick - inklusive zahlreicher Tipps, wie du Blähungen und Darmproblemen bei deinem Baby vorbeugen und diese vermeiden kannst.
Reizüberflutung: Wenn es Baby zu viel wird
Heutzutage weiß man, dass oft eine Reizüberflutung die Hauptursache für Schreibabys ist. Kein Wunder, denn wenn dein kleiner Spatz nach neun Monaten im sicheren Babybauch geschützt in unsere Welt katapultiert wird, prasseln die Eindrücke nur so auf das Kleine ein: Geräusche, Farben, Menschen, Stimmen - das alles kann dein Neugeborenes ganz schön überfordern.
Meist tritt das exzessive Schreien, wie bereits erwähnt, am Abend auf, nachdem dein kleiner Spatz den ganzen Tag über viel erlebt hat. Deswegen ist es wichtig, dass du dein Neugeborenes erstmal an die neue Welt und die vielen Eindrücke gewöhnst. Ruhe und Geborgenheit heißt die Devise, versuche also möglichst reizarme Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Weitere interessante Fakten und Tipps erhältst du außerdem in unserem Artikel “Reizüberflutung bei Babys”.
KiSS Syndrom: Eine umstrittene Fehlstellung
Eine weitere mögliche Ursache für exzessives Schreien könnte eine Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung sein, die auch als KiSS Syndrom bezeichnet wird. Bei dieser Fehlstellung ist der kindliche Körper nicht ganz symmetrisch, wodurch die Kopfgelenke und die Wirbelsäule blockiert werden.
ABER: Der Nachweis, ob das KiSS Syndrom vorliegt, ist nur schwer zu erbringen. Und tatsächlich ist es von der Schulmedizin nicht als Erkrankung anerkannt. Viele Mediziner zweifeln nämlich daran, dass es die Störung tatsächlich gibt.
Welche Ursachen hinter der Fehlstellung stecken können und welche Anzeichen auf die Erkrankung hinweisen könnten, erfährst du in unserem Blogbeitrag über das KiSS Syndrom.
3. Schreibaby beruhigen: So gelingt es dir
4 Tipps wie du dein Schreibaby beruhigen kannst
Die größte Herausforderung ist mit Sicherheit, dein Schreibaby zu beruhigen. Unsere Gründer kennen das Problem nur allzu gut, denn sie haben swing2sleep genau aus diesem Grund ins Leben gerufen: Um anderen betroffenen Eltern mit motorisierten Federwiegen Erleichterung zu schaffen.
Doch daneben gibt es noch weitere Tipps, die du befolgen kannst, nämlich:
Vertraue deiner Intuition: Nimm dir Zeit und horche in dich hinein um herauszufinden, was dein Baby dir mit seinem Schreien und seiner Körpersprache mitteilen will.
Achte auf einen einheitlichen Rhythmus: Es ist ganz normal, dass dein Neugeborenes viel schreit und noch keinen geregelten Tagesablauf hat. Diesen muss es erst erlernen. Als Mama oder Papa kannst du ihm dabei helfen, in dem du eine gewisse Struktur, also einen Rhythmus, in euren Alltag bringst. Orientiere dich dabei an den Schlaf-, Wach- und Ruhezeiten deines Babys.
Schaffe Rituale: Neben dem Rhythmus helfen Rituale, dein Baby zu beruhigen. Dazu gehören neben Einschlafritualen zum Beispiel auch das Baden und die darauffolgende Babymassage. Denke dir selbst Rituale aus, die ihr gut im Alltag integrieren könnt und die deinem Baby ein Gefühl von Sicherheit geben.
Führe ein Schreitagebuch: In diesem kannst du genau festhalten, wann die Schreiattacken deines Neugeborenen auftreten. Schreibe am besten auch dazu, was das Kleine letztendlich beruhigen konnte. Dadurch kannst du bestimmte Schreimuster erkennen und kannst diese besser deuten.
Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Dinge, die du tun kannst, und die wir dir in unserem Artikel “28 beruhigende Tipps für Schreibabys” für dich zusammengefasst haben.
Professionelle Hilfe gefragt?
Wenn das Schreien allerdings einfach nicht weniger und besser wird, solltest du dir in jedem Fall professionelle Hilfe suchen. Wir empfehlen dir den Besuch einer Schreiambulanz. Dort ist man auf Schreibabys spezialisiert und kann dir und deinem Partner bzw. deiner Partnerin mit viel Einfühlungsvermögen helfen. Wie genau das ganze abläuft, erfährst du in unserem Beitrag “Was passiert in der Schreiambulanz?”.
Das Wichtigste ist aber, dass du und dein:e Partner:in euch bewusst macht, dass ihr nicht alleine seid. Ein Schreibaby bringt euch an die absoluten Grenzen eurer Belastbarkeit und kann euch den letzten Nerv kosten. Doch es gibt viele Hilfsangebote, die ihr in Anspruch nehmen könnt.
Unsere swing2sleep Federwiegen können Eltern übrigens auch mieten. Besuche dafür einfach unseren Miet-Konfigurator und stelle dir dein Federwiegen-Set für eure Bedürfnisse zusammen. Ohne Kaufzwang und nur so lange, wie du die Federwiege auch wirklich benötigst.
Du möchtest noch mehr zum Thema erfahren? Dann besuche unbedingt unseren Schreibaby Blog, mit vielen spannenden Artikeln, Erfahrungsberichten und Mutmacher-Tipps für betroffene Eltern. Wenn du Fragen hast, dann kannst du dich außerdem jederzeit bei uns melden. Wir helfen dir gerne weiter und beraten dich zu unseren Federwiegen.














