Reizüberflutung bei Babys

Reizüberflutung bei Babys
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Reizüberflutung bei Babys

In Zusammenhang mit häufig schreienden oder unruhigen Babys kommt immer wieder der Begriff „Reizüberflutung“ zur Sprache. Was aber genau soll das sein? Und wie kommt sie eigentlich zustande?

Das lässt sich ganz einfach erklären. Wenn man sich nämlich mal bewusst macht, dass das Baby 9 lange Monate lang im Bauch seiner Mutter gut beschützt war und sowohl Geräusche als auch Licht immer nur stark gedämpft wahrgenommen hat – dann kann man sich wohl am besten vorstellen, was für ein Schock es für das Neugeborene sein muss, in unsere große, laute, schrille und aufregende Welt hineingeboren zu werden! Der reinste Horror.

Deswegen sollten Neugeborene unbedingt ausreichend Zeit bekommen, um sich unser Welt anpassen zu können – und dazu gehört natürlich auch Ruhe, Geborgenheit und wenig Hektik. Hektisch und stressig wird es noch früh genug!

Reizüberflutung führt zu Schreien am Abend

Natürlich wird sich Euer Sprössling zweifelsohne nach und nach an die Welt und alles Unbekannte gewöhnen (müssen) – aber es ist eben einfach wünschenswert, wen man dem kleinen, neuen Erdenbürger diesen Anfang so angenehm wie möglich gestaltet.

Aber auch größere Babys sind häufig mit einem Zuviel an Reizen nur noch überfordert und werden infolge dessen unruhig, quengelig und schlafen schlecht. Selbst wenn Eltern es eigentlich nur gut meinen: Weniger ist mehr! Quietschbunte Spielzeuge, Rasseln, fremde Menschen, Gerüche, Eindrücke, die aufs Baby niederprasseln – was zu viel ist, ist zu viel.

Reizüberflutung beim Tragen

Einer der Gründe, warum dringend davon abgeraten wird, ein Baby mit dem Gesicht nach vorne zu tragen, ist genau dieser: die damit zusammenhängende Reizüberflutung. Denn wenn Baby permanent nach vorne schaut, sieht es zwar viel – aber eben manchmal auch zu viel. Zurückziehen kann es sich dabei kaum – wenn es schläft, wo bitte soll es sich hinschnuckeln? Oder wenn es einfach mal nur wegschauen mag, weil ihm alles zu viel wird? Trägt man es hingegen mit dem Gesicht zum Tragenden, kann das Baby sich, wenn ihm mal wieder alles zu viel wird, einfach an Mama oder Papa kuscheln und alles um sich herum ausblenden. Es nimmt sich sozusagen eine willkommene Auszeit von den Reizen, die permanent auf es einprasseln.

Eltern, die also meinen, sie tun ihrem Kind damit etwas Gutes, täuschen sich. Aber auch aus orthopädischer Sicht ist das Tragen nach vorne zu vermeiden.

Reizüberflutung führt zu Schreien am Abend

Zu viele Aktionen den ganzen Tag über und zu wenig Ruhe – das hat leider oftmals unschöne Folgen. Die Quittung dafür kommt dann am Abend, wenn Baby einfach mit den Nerven am Ende ist und nicht mehr weiß, wohin mit seinem Frust: es schreit.

Wer mit seinem Baby den ganzen Tag von einer Aktivität in die nächste stürzt, es permanent unterhält und ihm keine Ruhepausen gönnt oder aber sein Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf nicht erkennt oder ignoriert, überfordert es schlichtweg. Und genau dann kommt es zur Reizüberflutung.

Für die lieben Kleinen ist die große weite Welt noch furchtbar aufregend – so viel Neues, Interessantes, Spannendes! Aber eben auch anstrengend und ermüdend. Den ganze Tag Neues sehen, hören, reichen, schmecken und erfahren – das kann schon ganz schön stressig sein. Und nicht jedes Kind reagiert darauf mit Gelassenheit und Schlaf – leider.

Das wiederum bedeutet, dass abends schreiende Kinder eben nicht, so wie man früher angenommen hat, „Bauchweh“ haben, sondern vielmehr einfach mit allem, was am Tag so passiert, noch völlig überfordert sind.

Man darf auch eines nicht vergessen: Ein Baby lernt quasi ununterbrochen, wenn es wach ist. Und das muss ihm erstmal einer nachmachen! Dabei dann noch die Ruhe zu bewahren, ist einfach schwierig. Insofern also kein Wunder, wenn abends die Luft raus ist, Baby mit den Nerven am Ende und sich seinen Frust vom Leib schreit.

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Was Du dagegen tun kannst? Zum Beispiel Dein Baby nicht allzu vielen Reizen aussetzen. Das heißt nicht morgens Babymassage, mittags Pekip und danach noch schnell zum Schwimmen, sondern lieber nur ein „Event“ planen und Deinem Nachwuchs die nötigen Ruhe- und Erholungspausen dazwischen ermöglichen. Alles, was Stress bedeutet, also vom einen Termin zum anderen, fremde Menschen, laute Geräusche, Hektik sollte zumindest in der ersten Zeit vermieden werden.

Und, ganz wichtig, Dein Kind braucht Rituale!

Drauf werden wir aber in einem extra Artikel noch mal ausführlicher eingehen.

Herzlichst

Eure Familie Schwede

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